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Presseberichte

2021

Mittwoch, 07. Juli 2021, Verdener Aller-Zeitung / LANGWEDEL

„Geht das auch lauter?!“

Nebelgespenster in der prallen Sonne auf der Freilichtbühne Daverden




Das gibt es nur auf der Freilichtbühne in Daverden: Hier treiben Scharen von Geistern und Gespenster ihr unterhaltsames Unwesen, und zwar bei Tage und im hellen Sonnenschein. Foto: Hustedt

Daverden – Endlich ist wieder Leben auf der schönen Freilichtbühne im Daverdener Holz. Zwar durften nur 150 kleine und große Gäste bei der Premiere der Neuauflage des Märchenstücks „Isidor wird Nachtgespenst“ dabei sein, aber die waren begeistert.

Die Waldbühne wurde zur Gespensterschule, aus der Fenja Meyer-Bösche die Gäste begrüßte. Kaum war sie verschwunden, schwebten drei Gespenster in Nebelschwaden auf die Bühne. Die drei Gespensterschüler fieberten der Prüfung entgegen, um nach zwei Jahren Schule zu echten Nachtgespenstern zu werden.

Die drei Nachtgespenster Isidor Spukenburg, Henrietta Nachtschatten und Wunibald von Schreckenstein wurden hervorragend von Felix Schmidt, Nicole Czember und Volker Penczek verkörpert.

Ihnen gelang es auch immer wieder, die vielen Kinder in das Geschehen auf der Bühne einzubinden. Nicole Czember, von Beruf Erzieherin, schaffte es immer wieder, die Kinder zu lauten Unterstützungsrufen zu animieren. Wenn es nicht beim ersten Mal funktionierte, dann mit dem Ruf: „Geht es auch lauter?!“. Das klappte immer.

Edelfried Hennig spielt gekonnt den Geisterlehrer Professor Gänsehaut. Dazu kommen die Kleingeister Alizzia von Hokus nach Pokus (Judith Schmidt), Magdalene Morgenroth (Mailin Meyer) und Sidonia von Unruh (Mieke Penczek). Den kleinen Besserwissern gelang es immer wieder, die aufgeregten Gespensterprüflinge zu ärgern, die auf keinen Fall drei Mal in einer Nacht „Grusel-Wusel“ sagen durften, weil sie sich sonst in Nebel auflösen würden. Gerade Wunibald (Volker Penczek) verhaspelte sich immer wieder und selbst wer das Stück noch nicht gesehen hat, darf nur einmal raten, ob einer der Geisterschüler drei Mal „Grusel-Wusel“ sagte. Auf alle Fälle sind alle jungen Gespenster ganz scharf auf Professor Gänsehauts Buch der großen Zaubersprüche. Nur, das hat er in seinem Pult eingeschlossen, und zwar mit einem Fingerknochenschlüssel. Wo bekommt man jetzt so einen Schlüssel her?

„Da sind doch so viele Kinder, und alle haben zehn Finger“, meinte Henrietta (Nicole Czember), sodass Wunibald schnell einen Finger „abschräuben“ wollte.

Doch die anderen Gespenster fragten die Kinder höflich, ob sie ihnen nicht helfen könnten. Bei der Premiere war es Madje, am Sonntag dann gleich drei Kinder, die mit ihren Fingern das Fach öffnen konnten.

Aber unsere Gespenster haben auch Feinde: Frau Doktor Schimmelpilz, gespielt von Heike Ertel, mit der großen Geisterfalle. Mit ihren Assistenten Oskar (Oskar Heine) und Sybille (Xenia Ertel) wollte sie einen Geist fangen. Tatsächlich wurde der vor vielen Jahren verstorbene Besitzer der Burg Blauenstein, Graf von und zu und auf und unter Blauenstein (Volker Meyer) ihr Opfer. Da er Ohrenstöpsel trug, konnte er die lauten Warnungen der Kinder nicht hören – und tappte in die Falle.

Mehr soll nicht verraten werden, schließlich gibt es am Freitag sowie am Sonnabend und Sonntag noch weitere Aufführungen.

Ganz, ganz wichtig ist hierbei für die Besucher: Auf der Freilichtbühne mussten drei kranke Buchen gefällt werden. Ihr Blätterdach fehlt jetzt – und bei schönem Wetter sitzen die Theaterbesucher in der Sonne. Es ist also dringend angeraten, sich für den Fall der Fälle auch mit einer entsprechenden Kopfbedeckung auszurüsten.

Als bei der Premiere nach 90 Minuten Schluss war, krabbelte auch die Souffleuse, das war am Samstag Jutta Mohrmann, sonst ist es Yvonne Schmidt) aus ihrem Kasten. Sie brauchten kaum einzugreifen, Regisseurin Fenja Meyer-Bösche hatte es geschafft, die Amateurdarsteller zu Höchstform zu bringen. Das Bühnenbild ist Rolf Rotermundt, Michael Jahn, Johann Krüger und Rolf Frenser zu verdanken. Die tollen Kostüme kamen von Melanie Meyer und Sabine Gerkens. Für die Technik waren Edelfried Hennig David Hoppe, Kjell Dygas sowie Ada P. und Rufus P. (so das Programm) zuständig.  whu